Hitze, Sonnencreme, Chlor und falsche Reinigung können Brillengläser dauerhaft beschädigen. Wir zeigen, welche sieben Sommerfehler Sie vermeiden sollten.
Brille im Sommer: 7 Fehler, die Sie im August vermeiden sollten
Der August bringt Sonne, hohe Temperaturen, Urlaubsfahrten und lange Tage im Freien. Für unsere Augen ist das grundsätzlich eine schöne Zeit – für Brillen kann der Sommer allerdings zur echten Belastungsprobe werden.
Besonders moderne Brillengläser mit Superentspiegelung, Hartschicht oder Blaulichtfilter reagieren empfindlich auf extreme Hitze und falsche Reinigung. Einige Schäden entstehen schleichend und fallen erst auf, wenn Lichtquellen plötzlich streuen oder die Sicht dauerhaft milchig erscheint.
Wir zeigen Ihnen die häufigsten Sommerfehler und erklären, wie Sie Ihre Brille richtig schützen.
1. Die Brille im heißen Auto liegen lassen
Einer der häufigsten und teuersten Fehler: Die Brille bleibt im Auto liegen.
Bei direkter Sonneneinstrahlung kann sich der Innenraum eines Fahrzeugs stark aufheizen. Besonders gefährdet sind:
- das Armaturenbrett,
- die Mittelkonsole,
- das Brillenfach unter dem Fahrzeugdach,
- geschlossene Brillenetuis im aufgeheizten Fahrzeug.
Die verschiedenen Schichten eines Brillenglases reagieren unterschiedlich auf die Hitze. Dabei können feinste Spannungsrisse in der Beschichtung entstehen. Diese sogenannten Schichtrisse lassen sich nicht wegputzen oder polieren.
Die Folge: Licht wird stärker gestreut. Beim Blick auf Straßenlaternen, Autoscheinwerfer oder andere helle Lichtquellen entsteht ein nebliger oder strahlenförmiger Effekt.
Unser Tipp: Nehmen Sie Ihre Brille beim Verlassen des Autos immer mit – auch dann, wenn Sie nur kurz einkaufen gehen.
2. Wasserdampf und starke Hitze unterschätzen
Nicht nur das Auto kann Brillengläser schädigen. Auch andere Hitzequellen sind problematisch:
- heißer Wasserdampf beim Kochen,
- das Öffnen eines heißen Backofens,
- Sauna und Dampfbad,
- heiße Föhne,
- Heizstrahler oder offene Grills.
Wer sich mit der Brille über einen kochenden Topf beugt, setzt die Gläser innerhalb weniger Sekunden einer sehr hohen Temperatur aus.
Auch wenn zunächst kein Schaden sichtbar ist, kann die Beschichtung bereits beeinträchtigt sein.
Besser: Nehmen Sie die Brille vor dem Öffnen des Backofens oder beim Aufenthalt in der Sauna ab.
3. Eine dunkle Sonnenbrille ohne ausreichenden UV-Schutz tragen
Dunkle Gläser allein schützen die Augen nicht automatisch vor UV-Strahlung.
Durch die Verdunkelung weitet sich die Pupille. Fehlt ein ausreichender UV-Schutz, kann dadurch sogar mehr schädliche Strahlung in das Auge gelangen.
Achten Sie deshalb nicht nur auf die Farbe der Gläser, sondern auf einen geprüften UV-Schutz. Eine gute Sonnenbrille sollte außerdem ausreichend groß sein und die Augen möglichst auch seitlich schützen.
Besonders wichtig ist das für:
- Kinder,
- Menschen mit sehr lichtempfindlichen Augen,
- Autofahrer,
- Personen, die sich viel im Freien aufhalten,
- Aufenthalte am Wasser oder in den Bergen.
4. Sonnencreme auf den Brillengläsern eintrocknen lassen
Sonnencreme, Schweiß, Make-up und Hautfett hinterlassen im Sommer schnell einen hartnäckigen Film auf den Gläsern.
Besonders ungünstig ist es, wenn diese Rückstände bei hohen Temperaturen auf den Gläsern eintrocknen. Aggressive Inhaltsstoffe oder grobe Reinigung können die Oberfläche zusätzlich belasten.
Spülen Sie Ihre Brille zunächst unter handwarmem Wasser ab. Verwenden Sie anschließend einen kleinen Tropfen mildes Spülmittel ohne rückfettende Zusätze.
Danach mit einem sauberen Mikrofasertuch vorsichtig trocknen.
5. Die Brille mit dem T-Shirt oder Strandtuch reinigen
Am Strand oder unterwegs wird schnell das T-Shirt, ein Handtuch oder ein Papiertaschentuch zur Brillenreinigung verwendet.
Das Problem: Auf den Gläsern befinden sich häufig feine Staub-, Sand- oder Salzpartikel. Werden diese trocken über das Glas gerieben, können feine Kratzer entstehen.
Papiertaschentücher und Küchenpapier enthalten außerdem vergleichsweise grobe Fasern.
Richtig reinigen:
- Groben Schmutz mit Wasser abspülen.
- Die Gläser mit mildem Spülmittel reinigen.
- Mit einem sauberen Mikrofasertuch trocknen.
- Das Mikrofasertuch regelmäßig ohne Weichspüler waschen.
6. Chlor- und Salzwasser nicht abspülen
Pool- und Meerwasser können Rückstände auf Brillengläsern und Fassungen hinterlassen.
Salz setzt sich nicht nur auf den Gläsern ab, sondern kann langfristig auch Metallteile, Schrauben und Scharniere belasten. Chlorwasser kann ebenfalls Rückstände auf Beschichtungen und Fassungsmaterialien hinterlassen.
Spülen Sie Ihre Brille deshalb nach dem Schwimmen möglichst zeitnah mit klarem Wasser ab.
Das gilt auch für Sonnenbrillen.
7. Trockene oder gereizte Augen einfach hinnehmen
Klimaanlagen, Ventilatoren, lange Autofahrten und intensive Bildschirmnutzung können dazu führen, dass sich die Augen im Sommer trocken oder gereizt anfühlen.
Typische Anzeichen sind:
- Brennen oder Kratzen,
- ein Fremdkörpergefühl,
- gerötete Augen,
- zeitweise verschwommenes Sehen,
- schneller ermüdende Augen.
Achten Sie darauf, dass Klimaanlagen und Ventilatoren nicht direkt ins Gesicht blasen. Regelmäßiges Blinzeln und kurze Pausen können die Augen zusätzlich entlasten.
Bleiben die Beschwerden bestehen oder treten Schmerzen, starke Rötungen oder plötzliche Sehverschlechterungen auf, sollten sie medizinisch abgeklärt werden.
Wir haben den Hitzeschaden selbst sichtbar gemacht
Um zu zeigen, was extreme Hitze mit einem beschichteten Brillenglas machen kann, haben wir ein intaktes Glas gezielt starker Wärme ausgesetzt.
Beim anschließenden Vergleich war der Unterschied deutlich sichtbar:
Durch das intakte Glas blieb eine Lichtquelle klar erkennbar. Durch den geschädigten Bereich wurde das Licht deutlich stärker gestreut. Genau dieser Effekt kann später beim Autofahren, insbesondere in der Dämmerung oder nachts, sehr störend werden.
Ein solcher Beschichtungsschaden lässt sich nicht durch eine intensive Reinigung beseitigen. In der Regel müssen die Gläser ersetzt werden.
Ist Ihre Brille noch in Ordnung?
Kratzer, eine beschädigte Entspiegelung oder ein schlechter Sitz fallen im Alltag nicht immer sofort auf. Häufig gewöhnt man sich schleichend an eine schlechtere Sicht.
Bei SehVia kontrollieren wir unter anderem:
- den Sitz Ihrer Brille,
- Schrauben, Scharniere und Nasenpads,
- den Zustand der Brillengläser,
- sichtbare Kratzer und Beschichtungsschäden,
- die Zentrierung und Ausrichtung der Fassung.
Besuchen Sie uns in Leipzig oder vereinbaren Sie einen persönlichen Termin. SehVia bietet augenoptische Beratung sowohl im Geschäft als auch mobil an.
Schützen Sie Ihre Augen – und lassen Sie Ihre Brille im August nicht im Auto zurück.